Nach der Panne bei Skype: Wie zuverlässig ist VoIP?

Ende der vergangenen Woche hatte ich bereits hier im VoIP Weblog über die Probleme bei Skype berichtet. Mittlerweile sind diese behoben und Skype hat auch eine Begründung für die Probleme geliefert. So berichtet Tariftip.de:
Ein Windows-Update veranlasst den Computer, sich nach der Installation neu zu starten. Wenn die Skype-Software aktiv ist, stellt sie in der Regel mit dem Start des Computers eine automatische Login-Anfrage bei Skype. Durch den massenhaften Neustart von Windows-Rechnern nach dem Update-Prozess war das Skype-System schlicht überfordert und stürzte ab. Zwei Tage lang arbeiteten die Skype-Administratoren an der Wiederherstellung.
Am gestrigen Morgen war es dann soweit und Skype hat wieder den Normalbetrieb aufgenommen. Zurück bleiben jede Menge Fragen, vor allem die nach der generellen Stabilität von VoIP-Systemen. So lesen wir in der Financial Times Deutschland (FTD) die Einschätzung, dass ein erheblicher Imageschaden entschaden ist:
Der erste Totalausfall in der vierjährigen Skype-Geschichte gibt den Skeptikern neue Nahrung. "Dies ist ein Weckruf. Der ausfall hat die Nutzer alarmiert, dass VoIP nicht so verlässlich wie herkömmliches Telefonieren ist", sagt Mark Main, Analyst beim Marktforscher Ovum. Vor allem potenzielle Geschäftskunden dürfte die Panne abschrecken – und auf diese Klientel ist Skype besonders angewiesen, weil das Geschäft mit privaten Nutzern inzwischen langsamer wächst.
Offen gestanden kann ich mich dieser Einschätzung nicht so recht anschließen. Denn gerade bei einer jungen Technologie kann es durchaus hier und da zu "Geburtswehen" kommen. Und wenn sich die Ausfälle mit gerade einmal zwei Tagen in vier Jahren in einem so geringen Rahmen bewegen, kann man getrost davon ausgehen, dass das eingesparte Geld diese Probleme mehr als aufwiegt. Dazu kommt, dass die meisten Menschen aus Schaden klug werden und man sicher davon ausgehen kann, dass die Zahl der Abstürze eher sinkt als steigt.
Zuletzt können Unternehmen im schlimmsten Fall ja immer noch auf Festnetz, E-Mail, Handy oder einen anderen Kommunkationskanal zurückgreifen.
Nichtsdestotrotz sollte sich Skype natürlich bemühen, dass derlei Aussetzer nicht mehr vorkommen, oder, wie es in der FTD heißt:
"Wenn Skype stärker ins Geschäft mit Firmenkunden vordringen will, muss der Service besser werden", sagt Dan Bieler vom Beraterhaus IDC. Doch das bedeute höhere Kosten. Nutzer müssten sich von dem Gedanken verabschieden, VoIP sei zwangsläufig kostenlos. "Qualität kostet Geld, auch für VoIP", so Bieler.