Enum: Eine Nummer ist genug
abgelegt im Archiv Hintergrund am 04.08.06
Sie haben eine Telefonnummer? Klar! Handynummer, E-Mail-Adresse, VoIP-Nummer, Faxnummer ... bei so vielen Nummern regiert schon bald die Unübersichtlichkeit auf jeder Visitenkarte.
Abhilfe schafft Enum (Telephone Number Mapping). Silicon.de schreibt zu dieser Technologie:
Wer braucht so etwas? Die Nachfrage für Enum kam von den so genannten 'Early Adoptern'. In diesem Fall von Anwendern, die über VoIP (Voice over IP) telefonieren. Diese erhoffen sich von Enum vor allem die Konsolidierung von Kontaktdaten, eine bessere Erreichbarkeit, VoIP-Telefonate über die Grenzen verschiedener VoIP-Netze hinweg und kostenlose VoIP-to-VoIP-Gespräche.
Die genaue Funktionsweise erfahren wir im Enum-Center. Vereinfacht könnte man sagen:
ENUM ermöglicht dabei unter EINER Telefonnummer verschiedene Dienste wie Webseiten, eMail und alle anderen denkbaren Services verfügbar zu machen sowie Prioritäten für die einzelnen Dienste zu setzen.
Das Ziel von ENUM ist, verschiedene Adressen, Nummern und URL's unter einer einzigen Nummer verfügbar zu machen. So können unter einer einzigen ENUM-Nummer das private Telefon zu Hause, das Telefon in der Firma, die Faxnummer, Handynummern, geschäftliche und private eMailadressen, Videokonferenzadressen, die eigene Website und alle anderen denkbaren Kommunikationsadressen zusammengefaßt werden. Je nach gerade aktuell verwendeter Applikation (z.B. Telefon, eMail-Programm usw.) sucht sich diese unter der angegebenen ENUM-Nummer die eigentliche Zieladresse.
ENUM führt damit das bisherige Telefonnetz (fachlich auch als "Public Switches Telephone Network" bzw. PSTN abgekürzt) mit dem IP basierten Internet zusammen. Das bisherige Telefonnetz war ursprünglich nur zur Übertragung von Sprache konzipiert. Im Laufe der letzten Jahrzente kamen packetorientierte Datenübermittlungen dazu. Die Zusammenführung des Telefonnetzes mit dem IP basierten Internet besteht nun darin, die Telefonnummer aus dem klassischen Telefonnetz auf Internetdienste abzubilden.
Diese Technologie ist zwar nicht neu, doch angesichts fortschreitender VoIP-Nutzung steigt ihre Relevanz stetig an. VoIp-Info berichtet in seiner Enum-Historie:
April 2001: Das Denic sondiert ENUM erstmal intern und klärt intern die Möglichkeiten
Seitdem sind mehr als fünf Jahre vergangen, doch so richtig populär ist Enum noch nicht. Woran das liegt? Silicon.de vermutet:
Kostenloses VoIP - daran haben die großen DSL-, Festnetz- und Mobilfunkprovider kein Interesse, meint Sebastian von Bomhard, Vorstand des Münchner ISP SpaceNet. Werde Enum populärer, könnten deren Umsätze aus den Vermittlungsgebühren zurückgehen.
Derzeit finde eine proprietäre Weitergabe von VoIP-Gesprächen zwischen einzelnen Providern statt. "Somit werden Gespräche weiterhin teuer über das Festnetz geführt, obwohl beide Teilnehmer VoIP nutzen und sich gegenseitig problemlos direkt erreichen könnten."
[...]
"Die Situation ist sehr uneinheitlich", kommentiert Klaus Herzig, Sprecher der Denic. Es gebe TK-Anbieter, die großes Interesse an Enum zeigten und bereits Enum-Services und -Geräte anbieten. "Andere Unternehmen sind zurückhaltender, was sie oft mit der noch geringen Nachfrage begründen."
"Die Endkunden fragen momentan noch nicht nach Enum, da der Nutzen für sie noch nicht transparent ist", meint Toplink-Chef Wenderoth. Hierzu bedürfe es eines Dienstes, der einen "sichtbaren Mehrwert" schaffe.
"Ende Mai waren 5889 Enum-Domains bei der Denic registriert", sagt Herzig. Die Anzahl der Telefonanschlüsse, die damit erreicht werden, sei allerdings um den Faktor drei bis vier höher - wegen der Nebenstellen hinter einer Hauptnummer.
Man müsse sich zudem vergegenwärtigen, dass Enum erst Anfang 2006 in die produktive Phase gestartet sei, so Herzig. Daraus folge: "Wer jetzt mit Angeboten an die Kunden herantritt, hat den Vorteil eines noch weitgehend unbesetzten Marktes."
Die Denic setze jetzt darauf, Enum zu popularisieren. "Vor allem durch Information der Endkunden, der Provider, der TK-Unternehmen und anderer Interessierter."
Den Informationsbedarf wolle man etwa mit den Enum-Tagen abdecken. Der nächste Enum-Tag findet am 26. September in Frankfurt am Main statt.
Dabei biete Enum den Anwendern eine Chance, sich vom Carrier zu emanzipieren. "Der Nutzer kann seine Nummer hosten lassen und mittels Enum selbst entscheiden, wo es klingeln soll."

Permalink: Enum: Eine Nummer ist genug
Tags: Enum VoIP Mapping voip enum nummer+genug eine+nummer enum+eine
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